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Stressbedingte Erkrankungen der Nebennierenrinde

Hormonberge und Hormontäler - Vom Dauerbrenner zum Burnout

Die Nebenniere ist dein zentrales hormonproduzierendes Erfolgsorgan für die Stressadaption des Körpers. Neben Adrenalin und Noradrenalin, das im Nebennierenmark gebildet wird, wird in der Rinde Cortisol produziert.

Auf eine akute Stressbelastung hin erfolgt innerhalb von Bruchteilen von Sekunden die Ausschüttung der akuten Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin aus dem Nebennierenmark.

Im deinem Körper bewirken sie u.a. folgende Veränderungen:

  • die Pupillen weiten sich

  • Puls und Blutdruck steigen

  • die Muskulatur wird angespannt

  • die Bronchien weiten sich

  • die Verdauung wird eingeschränkt

  • die Milz setzt Erythrozyten (rote Blutkörperchen) frei

  • die Leber stellt ausreichend Zucker zur Verfügung.

Adrenalin und Noradrenalin werden vom Körper sehr schnell wieder abgebaut:

Innerhalb von 1-3 Minuten ist die Hälfte bereits wieder abgebaut, sodass eine akute Stressreaktion physiologisch nur begrenzt aufrechterhalten werden kann und nach spätestens 20-30 min eine Erschöpfung/ Entspannung auftritt. Dieser Prozess wird durch Bewegung (z.B. Fluchtreaktion) noch beschleunigt.

Hält die Stressbelastung länger an oder wiederholt sich gehäuft, erfolgt die Stressantwort des Körpers nun zusätzlich über weitere Hormonsysteme, um die Funktionen zu stabilisieren.

Diese verzögerte Stressantwort/ chronische Stressantwort erfolgt vor allem über das Cortisol System:

Ein Regelkreislauf über Hypothalamus-Hypophyse-Nebennierenrinde sorgt dafür, dass dir bedarfsgerecht

und flexibel die adäquate Menge an Cortisol zur Verfügung gestellt wird.

In deinem Körper bewirkt Cortisol u.a. folgende Veränderungen:

  • Anstieg des Blutzuckerspiegels (dadurch langfristig aber Fettleber und Diabetes)

  • Entzündungshemmung (dadurch aber auch Herabsetzung der Immunabwehr)

  • direkte und indirekte Schmerzhemmung

  • Stimulierung des Hippocampus (Erinnerung/ Erfahrung/ Trauma-Verarbeitung)

  • Drosselung der Produktion von Geschlechtshormonen

  • Aktivierung des Mineralhaushaltes durch Mobilisation gespeicherter Mineralien

(dadurch langfristig aber Osteoporose und Haarausfall)

  • Rigidität (Verletzlichkeit) der Gefäße steigt, Elastizität sinkt

  • kurzfristig Wachheit, dann aber Gereiztheit, Erschöpfung, Depressionen

 

Ohne Cortisol wärest du nicht überlebensfähig.

Selbst innerhalb des Tages schwankt der Spiegel stark: In der Nacht ist er am niedrigsten, morgens steigt er vor dem Aufwachen an, nach 1h ist er am höchsten, um dann -mit einem kleinen Mittagshoch- kontinuierlich wieder abzusinken. Cortisol macht dich wach, fit und leistungsbereit.

Bei Erkrankungen verdoppelt dein Körper seine Produktion auf das 2-3fache.

Gerätst du allerdings unter Dauerstress, finden diese physiologischen Schwankungen des Cortisol-Spiegels immer weniger statt. Der Körper produziert dauerhaft vermehrt Cortisol, um dem Stress gewachsen zu sein.

Die zunächst positiven Wirkungen des Cortisols kehren sich -  durch Dauermobilisation aller verfügbaren Reserven -  nach und nach zunehmend in deinen Körper schwächende und schädigende Wirkungen um.

Häufig versuchen Betroffene in dieser Phase durch erhöhte Zufuhr von Koffein/ Energydrinks

die Daueraktivierung des Cortisonsystems weiter aufrechtzuerhalten, was fatal ist, da dadurch

die Nebennierenrinde weiter geschwächt wird.

Am Ende das Prozesses steht unter Umständen der Zusammenbruch deines gesamten Cortisol-Systems:

Die Nebennierenrinde ist erschöpft und so nicht mehr in der Lage trotz Stimulation durch Hypothalamus und Hypophyse ausreichend Cortisol zu produzieren.

Diesen Zustand kennen wir im Sport als „Übertraining“, im Alltag oder Job als „Burnout“ bis hin

zum  „Adrenal-fatigue" (chronisches Müdigkeitssyndrom),

Nichts geht mehr… kann auch nicht, denn wo kein Hormon in ausreichender Form mehr da ist, können auch die davon abhängigen Systeme nicht mehr funktionieren.

 

Mit modernen Speicheltests kann ein Hormonprofil deiner Stresshormone erhoben werden, aus dem rasch geklärt werden kann, ob sich bereits eine Dysbalance der Hormone entwickelt hat und in welchem Stadium sich die stressassoziierten Reaktionen befinden. Daraus leite ich dann die jeweilige individuelle Therapie ab, die in der Regel aus einer Mischung von bioidentischen Hormonen, Adaptogenen, Mikronährstoffen und Phytotherapeutika besteht.

Hilfreich ist außerdem, den Auslösern dieser Erkrankung auf die Spur zu kommen, diese zu modifizieren und eine gute Selbstfürsorge zu entwickeln, um eine dauerhafte Heilung zu erreichen. Dafür eignen sich hervorragend Elemente aus dem MBSR bzw. dem Zen-Based-Pain-Management.

 

Meine Leistungen:

  • Anamnese

  • Einleitung von Diagnostik

  • Erstellung eines Therapieplans

  • Ernährungsberatung

  • Bewegungs-/ Sportberatung

  • Anpassung der Therapie im Verlauf

  • Stabilisierung des Erreichten

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